mARBACH classics: traumhafte pferde-tänze

Anja Beran präsentiert mit dem Lusitanohengst Pao ein bewegendes Schattenspiel (Foto: Thomas Warnack)
Anja Beran präsentiert mit dem Lusitanohengst Pao ein bewegendes Schattenspiel (Foto: Thomas Warnack)

Pferdepräsentation und Philharmonie begeisterten 2.500 Besucher

Bereits seit Wochen waren die Marbach Classics 2016 ausverkauft. Weshalb diese einzigartige Mischung aus Pferdeballett und klassischer Musik die Menschen so begeistert, wurde am Freitag und Samstag, 1. und 2. Juli, in der Reithalle des Haupt- und Landgestüts Marbach einmal mehr deutlich. Sowohl Musikliebhaber als auch Pferdefreunde erlebten bei diesem Tanz der Pferde ein Gesamtkunstwerk auf höchstem Niveau. Mehr als 2 500 Besucher, darunter Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, gaben während der fast dreistündigen Gala-Vorstellungen immer wieder Szenenapplaus. Auch Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch (MdL) ist begeistert: „Wer einmal die Marbach Classics erlebt hat, kommt immer wieder gerne ins Gestüt. Denn das Haupt- und Landgestüt ist nicht nur das führende Kompetenzzentrum Pferd in Baden-Württemberg, sondern auch für Besucher immer eine Reise wert. Auf den Gestütshöfen finden das ganze Jahr über kulturelle und hippologische Veranstaltungen statt, beispielsweise die Gestütsauktion im März, das große internationale Vielseitigkeitsturnier im Mai und die Hengstparaden im Herbst. Im Frühjahr faszinieren die Fohlen mit ihren Müttern auf den Marbacher Weiden die Besucherinnen und Besucher. Im Laufe des Jahres wird das Haupt- und Landgestüt von rund fünfhunderttausend Gästen besucht. Diese Zahl ist doch beeindruckend.“

 

Ein besonderes Highlight war das zauberhafte Schattenspiel und hippologisches Schauspiel zweier Gastreiterinnen. Anja Beran, international geschätzte Ausbilderin der klassischen Reitkunst, präsentierte auf dem Lusitanohengst Pao und im Zusammenspiel mit der Vizeweltmeisterin im Voltigieren Nicole Ciroth mit Tänzen zu Bizets Les Toréadors aus der Carmen-Suite Nr. 1 unter einer Zeltkuppel mi bizarrem Gegenlicht ein Wunderwerk der Dressur.

Neben vielen anderen „Gänsehaut“-Programmpunkten freute sich das Publikum auch über die Freiheitsdressur von Elodie Jaquet und dem aus Marbach stammenden Schwarzwälder Kaltblut Federkiel. Sie reisten aus dem französischen „Musée du Cheval de Chantilly“ an, einem Palast für Pferde, in dem Dressuren gezeigt werden, die weltweit höchste Anerkennung genießen. Passend dazu: die „Schwarzen Augen“ von Adagios Ferraris.

 

In Quadrillen zeigten die Marbacher den hohen Ausbildungsstand der besten Hengste. Zum Gezwitscher der Nachtigallenpolka von Johann Strauß jun. bewiesen die gerade aus der Ausbildung übernommenen neuen Marbacher Mitarbeiter, dass sie fest im Sattel sitzen und ein Tandempferd zu führen wissen. Harmonie sowohl im Dressurviereck als auch auf der Orchestertribüne herrschte beim Hengst-Quartett zur Musik von Josef Haydn – Lissy Eppinger, Rolf Eberhardt, Konrad Müller und Josef Libal zeigten Dressurlektionen des höchsten Schwierigkeitsgrads mit den Marbacher Landbeschälern Sir Nymphenburg, Hochfein, Davos und Quadrofino.

 

 

Bewegendes Zusammenspiel für alle Sinne

Musikalisch in Szene gesetzt von der Württembergischen Philharmonie Reutlingen ist der Tanz zu Pferde mit vielen attraktiven Schaunummern des Gestüts Marbach unter Mitwirkung nationaler und internationaler Künstler der Pferdeszene seit 2010 ein Publikumsmagnet. Der Vertrag des schwedischen Dirigenten Ola Rudner in Reutlingen geht dieses Jahr zu Ende.

„Die gute Zusammenarbeit hat uns immer viel Freude bereitet. Herr Rudner hat ein ganz besonderes ,Feeling‘ für das Zusammenspiel von Pferd und Musik“, sagt Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck. Rudner hatte die Marbach Classics von Beginn an dirigiert und immer mehr Gefallen an dem Spiel von klassischer Musik und den Pferden gefunden. Vermissen wird der international renommierte Dirigent schon etwas, wenn er in Deutschlands ältestem Staatsgestüt nicht mehr den Taktstock schwingt: „Die Marbach Classics sind für mich etwas ganz Besonderes, das ist einmalig in der Welt.“

 

Weitere Informationen und Impressionen (Fotos) unter www.marbach-classics.de

   

                        

EXTRA ➡ Liebhaber klassischer Musik und alle, die sich mit Kürmusiken beschäftigen, werden die einmalig ausführliche Erklärung der ausgewählten Musik bei den Marbacher Classics zu schätzen wissen. Ein Aufstellung der Veranstalter, mit viel Hintergrund-Informationen.

 

Marbach Classics 2016 Musikprogramm der Württembergischen Philharmonie Reutlingen

 

Khatchaturian, Galopp aus „Maskerade“

Die Bühnenmusik zu Maskerade wurde 1941 von Aram Chatschaturjan für eine Produktion des gleichnamigen Theaterstücks des russischen Dichters und Dramatiker Michail Lermontow komponiert. Die Maskerade ist die musikalische Tragödie einer Frau, die nach einer falschen Anschuldigung der Untreue von ihrem Mann getötet wird. Die Premiere erfolgte am 21. Juni 1941 im Wachtangow-Theater in Moskau. Die Komposition ist ebenfalls in Form einer Fünf-Satz-Suite bekannt.

 

Strauß, jun., Ouvertüre zu „Die Fledermaus“

Sie ist ein Paradestück der Goldenen Operettenära: Als übermütiges Verkleidungsspiel in Champagnerlaune erfreut sich Johann Strauß’ »Die Fledermaus« an allen Opernhäusern nicht nur zum Jahreswechsel immer wieder höchster Beliebtheit. Um sich an seinem Freund Eisenstein zu rächen, inszeniert Dr. Falke ein ausgeklügeltes Verwechslungsspiel beim Ball des Prinzen Orlofsky. Während Eisenstein vermeintlich unerkannt mit seinem kostümierten Zimmermädchen flirtet, kommt auch seine Frau auf ihre Kosten. Nur deren Liebhaber Alfred muss als vorgeblicher Eisenstein die Nacht im Gefängnis verbringen. Als schließlich alle Masken fallen und die außerehelichen Techtelmechtel ans Licht kommen, zeigt sich, wie gut die Rache der Fledermaus aufging.

 

Haydn, Sinfonie „La Poule“

Die berühmten sechs „Pariser Symphonien“ komponierte Joseph Haydn 1785/86 im Auftrag des Comte d´Ogny, der ein Mäzen der Pariser „Concerts de la Loge Olympique“ war. Haydn selbst war nie in Paris, also auch nicht bei den ersten Aufführungen, wohl 1787, persönlich anwesend. Die Sinfonie g-Moll Hob.I:83 „La Poule“ („Die Henne“) entstand 1785. Der Titel „La Poule“ (französisch für „das Huhn“) bezieht sich auf das „gackernde“ zweite Thema im ersten Satz. Er stammt nicht von Haydn und ist auch nicht in Paris entstanden. Er taucht zum ersten Mal im Haydn-Verzeichnis der Zürcher Neujahrsblätter von 1831 auf. Eingebürgert hat er sich erst seit den 1870er Jahren.

Der im Satz auftretende punktierte Rhythmus ist möglicherweise als Andeutung auf die französische Opernouvertüre gedacht, die „gackernde“ Begleitung vom zweiten Thema erinnert an ein Cembalo-Stück in g-Moll vom französischen Komponisten Jean-Philippe Rameau, das den Titel „La Poule“ trägt.

 

Ferraris, Schwarze Augen

Das Lied „Schwarze Augen“ ist ursprünglich eine russische Volksweise, mittlerweile eines der bekanntesten russischen Lieder. Der Liedtext entstammt einem Gedicht des ukrainischen Schriftstellers und Dichters Jewhen Hrebinka (russisch Jewgeni Grebjonka), welches am 17. Januar 1843 zum ersten Mal in einer russischen Literaturzeitung veröffentlicht wurde. Die Melodie stammt, anders als oft vermutet, nicht aus einer Zigeunerweise, sondern aus dem Stück Hommage Valse Opus 21 des Deutschen Florian Hermann, welches am 7. März 1884 veröffentlicht wurde. Der Italiener Adalgiso Ferraris hat das Lied in den 1920er Jahren bearbeitet und so zum Weltruhm verholfen.

 

Rossini, Ouvertüre „Diebische Elster“

Die „Diebische Elster“ ist ein zentrales Werk Rossinis, das meist falsche Assoziationen weckt. Das klingt nach einer recht launigen komischen Oper. Es handelt sich aber um einen sehr bedrückenden Polit-Thriller, der schon Züge der Tosca vorwegnimmt. Entstanden ist das Werk 1817 auf Grundlage eines französischen Stückes, in dem – angeblich beruht das auf wahren Tatsachen - ein Dienstmädchen verurteilt und gehängt wurde, weil es angeblich der Herrschaft Tafelsilber gestohlen hatte. Hinterher stellte sich heraus, dass eine Elster schuld war. Und um diese Geschichte rankt sich die Oper.

Diese „Diebische Elster“ ist eine Scheinriesin des Opernrepertoires. Die Ouvertüre ist ganz groß im Geschäft, jeder kennt ihre harschen Trommelwirbel, sie ist ein Rossini-Liebling allererster Güte. Doch geht dann der Vorhang hoch, schrumpft „La gazza ladra“ in Richtung Bedeutungslosigkeit. Keiner kennt die Oper selbst, niemand hat mit ihr zu tun.

 

Bizet, Les Toréadors

Im Jahre 1888 verfasste Friedrich Nietzsche nach dem zwanzigsten Besuch von Bizets Oper „Carmen“ in Turin einen „Brief“, in dem er einen fulminanten Generalangriff auf seinen früheren Abgott Richard Wagner und den Wagnerismus startete. In der brillianten Schrift, die unter dem Titel „Der Fall Wagner“ veröffentlicht wurde, lobt er „ridendo dicere severum“ (Lachend das Ernste sagend) den vermeintlichen französischen Kleinmeister Bizet „auf Kosten“ des selbsternannten deutschen Großmeisters Wagner. Wagners Musikdrama des „feuchten Nordens“, dessen Helden die Erlösung durch (Senta)sentimentale höhere Jungfrauen suchten, die in heiligen Hallen wandeln, stellt Nietzsche Bizets trocken-mediterranes „Meisterstück“ um die männerverzehrende „femme fatale“ Carmen gegenüber, die in einer andalusischen Zigarettenfabrik arbeitet. Für Nietzsche ist Wagner der „décadant“, der die Musik falsch und krank gemacht habe und den Geist vernebele. Bizet Musik dagegen, die den Geist frei mache, erscheint ihm vollkommen. „Sie kommt“, schreibt er, „leicht, biegsam und mit Höflichkeit daher. Sie ist liebenswürdig, sie schwitzt nicht.“ Als sich Nietzsche derart enthusiastisch über die Carmen-Musik äußerte, war ihr Schöpfer schon lange tot. Das Lob hätte Bizet ohne Zweifel lieber dreizehn Jahre früher gehört, nämlich im Jahre 1875 als sein Meisterstück in Paris erstmals zur Aufführung kam. Seinerzeit gab es für ihn aber nichts als Enttäuschungen. Während Wagner in Bayreuth der Fertigstellung eines eigenen Opernhauses entgegensah, hatte Bizet schon Schwierigkeiten, ein fertiges Haus zu finden, das seine Oper aufführen wollte. Der Direktor der Opéra Comique in Paris, wo die Uraufführung des hochdramatischen Werkes unpassenderweise stattfinden sollte, fand seinen Inhalt, der auf einer Erzählung von Prosper Mérimée beruht, skandalös und verzögerte die Produktion. Nachdem sich dieses Problem durch den Abgang des Operndirektors gelöst hatte, gab es Komplikationen beim Einstudieren des Werkes. Das Orchester beschwerte sich über die technischen Schwierigkeiten der Partitur, der Chor darüber, dass er nicht nur zu singen, sondern auch zu agieren hatte. Die Uraufführung am 3. März 1875 wurde vom Publikum kalt aufgenommen. Man warf Bizet ausgerechnet Wagnerismus vor, was in Frankreich seinerzeit rufschädigend war. Wagner galt als der musikalische Repräsentant des deutschen Kaiserreiches, welches sich wenige Jahre zuvor „auf Kosten“ Frankreichs gebildet hatte. Bizet, der schon mit seinen vorangegangenen musikdramatischen Versuchen keinen Erfolg erzielen konnte, hat den erneuten Tiefschlag nicht verkraftet. Geschwächt durch den Stress der Vorbereitungsarbeiten und mutlos durch die enttäuschende Aufnahme starb er drei Monate nach der Uraufführung im Alter von 36 Jahren an einer seit langem schwelenden Halskrankheit.

 

Bizets „Carmen“ ist mittlerweile die meistgespielte Oper überhaupt. Ihr Aufstieg begann schon einige Zeit bevor Nietzsche Wagner leicht maliziös an Bizet maß. Noch im Jahre 1875 wurde sie mit großem Erfolg in Wien gespielt. Von dort begann ihr einzigartiger Siegeszug durch die Welt. Da ihre Musik, nach Nietzsches Feststellung, „baut, organisiert und fertig wird“, hat man aus ihr später leicht zwei Suiten fertigten können, welche die mittlerweile allbekannten Themen enthalten. Bei Wagners unendlicher Melodie dürfte dies – Antiwagnerianer mögen sich bestätigt fühlen – nicht so ohne weiteres möglich sein.

Vaughan Williams, The wasps

Vaughan Williams studierte ab 1890 am Royal College of Music in London, wo seine enge Freundschaft mit Gustav Holst begann. Zusätzlich nahm er 1897 Unterricht bei Max Bruch in Berlin. Von 1896 bis 1899 wirkte Vaughan Williams in London als Organist. 1905 wurde er musikalischer Leiter des Leith Hill Musical Festival (bis 1953), 1908 hielt er sich in Paris auf, um bei Maurice Ravel noch einmal weiteren Unterricht zu nehmen. 1910 erschien dann sein erstes großes Werk, A Sea Symphony, in der späteren Zählung seine erste Sinfonie, eigentlich aber eine gewaltige Kantate für Soli, Chor und Orchester nach Worten Walt Whitmans. Im selben Jahr wurde eines seiner beliebtesten Werke veröffentlicht, die Fantasia on a Theme by Thomas Tallis. Im Ersten Weltkrieg diente Vaughan Williams in Frankreich als Soldat. Durch den Geschützlärm wurde sein Gehör geschädigt, was in späteren Jahren zur Taubheit führte. 1919 wurde er Kompositionslehrer am Royal College of Music in London (bis 1938). Zur Krönung von Königin Elisabeth II. schrieb Vaughan Williams ein Arrangement des Chorals All people that on earth do dwell. Der Komponist hatte vorgesehen, dass erstmals seit Jahrhunderten nicht nur ein Chor, sondern auch die Gemeinde bei der Krönung mitsingen sollte. Die Lords konnten den ungewohnten Ansprüchen zwar nicht genügen, dennoch verfehlte das Stück seine Wirkung auf den Hörer nicht.

Vaughan Williams wurde in der Westminster Abbey in London beigesetzt.

Wespen sind nicht gerade die Sympathieträger unter den Insekten, besonders bei sommerlichen Grillfesten möchte man ja lieber auf sie verzichten. Aber diese hier sind ganz friedlich und wollen garantiert nur spielen. Ralph Vaughan Williams hat sie in Klang verwandelt - als Theatermusik für eine griechische Komödie.

 

Strauß, Nachtigallenpolka

Die Nachtigall ist wohl die bekannteste Sängerin unserer Vogelwelt. Ihr Gesang sei "so ausgezeichnet eigen, es herrscht darin eine so angenehme Abwechslung und eine so hinreißende Harmonie, wie wir sie in keinem anderen Vogelgesange wiederfinden", heißt es schon in der "Naturgeschichte der Vögel Deutschlands". Berühmte Komponisten haben sich von der Meistersängerin inspirieren lassen und ihren Gesang in Kompositionen nachempfunden: Ludwig van Beethoven etwa in seiner 6. Sinfonie, Johann Strauß in der "Nachtigallen-Polka" und Igor Strawinsky im "Lied der Nachtigall".

 

Haydn, Sinfonie „Der Bär“

Der – von Haydn übrigens nicht autorisierte - Beinamen der Sinfonie Nr. 82 "Der Bär" leitet sich aus dem Final-Satz ab. Er bezieht sich auf den tapsig-dröhnenden "Dudelsack-Baß", der das Finale prägt. Haydn ließ sich dazu angeblich beim Blick auf einen Tanzbären anregen, der zu Dudelsack-Melodien auf der Straße tanzte. Die Sinfonie Nr. 82 ist die kraftvollste von Haydns Pariser Sinfonien. Sie ist besonders temporeich.

 

Anderson, The waltzing cat

Im Boston der 1930-er Jahre machte ein junger Komponist durch leichte, unterhaltsame Orchestermusik von sich reden: Leroy Anderson. Der Nachfahre schwedischer Einwanderer, der in Cambridge (Massachussetts) geboren wurde und natürlich dort an der berühmten Harvard University studierte, wurde nach dem Studienabschluss zum wichtigsten Lieferanten für die Boston Pops. So nannte Arthur Fiedler, der legendäre Dirigent des Boston Symphony Orchestra, seine Sommerkonzerte, die der leichteren Muse in der Klassik gewidmet waren. Dafür schrieb Anderson seine witzigen Orchesterstücke.

Titel wie Jazz Pizzicato oder Blue Tango deuten auf die Synthese zwischen Klassik, Blues, Jazz und südamerikanischer Musik hin, auf die es Anderson ankam. Andere Titel wie The Typewriter oder The Sandpaper Ballett (zu deutsch: Die Schreibmaschine und Das Sandpapier Ballett) zeigen, wie pfiffig er die Geräusche des amerikanischen Alltags in sinfonische Partituren umsetzte. The Waltzing Cat zeigt eine Katze, die mit der Maus Walzer tanzt: katzenhaft wendig.

 

Respighi, La Colomba

Den „Sänger Roms“ müsste man den Komponisten Respighi nennen, denn er widmete den

Brunnen, den Pinien und den Festen der Ewigen Stadt seine wichtigsten Schöpfungen. Italienische Melodik verschmolz er mit den Harmonien der Spätromantik und des Impressionismus zu einem ganz persönlichen Stil; dank ihm hat Italien im 20. Jahrhundert neuerlich einen Platz im internationalen Konzertleben gefunden, den es viele Jahrhunderte früher vor allemder Oper zuliebe aufgegeben hatte.

Ottorino Respighi kam am 9. Juli 1879 in Bologna zu Welt. Er studierte zuerst in seiner Heimatstadt, später bei RimskyKorssakow in St. Petersburg sowie in Berlin. 1913 wurde er Professor und zehn Jahre später Direktor des bedeutenden Liceo Reale di Santa Cecilia in Rom. Bereits nach zwei Jahren gab er aber diesen Posten auf, um sich fortan ganz dem Komponieren zu widmen und auf Konzertreisen seine Werke dirigieren zu können; 1936 starb er in Rom.

Für seine Orchestersuite „Gli uccelli“ verwendete er Themen und Arien aus dem 17. Jahrhundert, die er für modernes Orchester instrumentierte: Für das Prelude eine Melodie von Bernardo Pasquini (16371710), für La colomba (Die Taube) ein Stück von Jacques de Gallot (gestorben 1685), für La Gallina (Die Henne) Musik von JeanPhilipp Rameau, für L’usignuolo (Die Nachtigall) das Werk eines anonymen Komponisten aus dem 17. Jahrhundert und für den Schlusssatz Il cucù nochmals Musik von Bernardo Pasquini.


Zwischen Skilehrer-job & Studium zum Volti-Weltmeister

Es war höchst emotional, es war spannend und es war allerfeinster Sport: Das FEI World Cup™ Vaulting Final zauberte den Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle ein Lächeln ins Gesicht und den Aktiven die Freudentränen in die Augen.

Die Schweizer Top-Voltigiererin Simone Jäiser (unten links im Foto) und die deutschen Doppel-Voltigierer Torben Jacobs und Pia Engelberty (Köln/ Neuss)- Fotos oben -  haben die FEI World Cup™ Vaulting Finals in ihrer jeweiligen Disziplin in Dortmund beim SIGNAL IDUNA CUP gewonnen. Damit bescherten die drei international hocherfolgreichen Voltigierer sich gleichzeitig einen perfekten Abschied vom Hochleistungssport. Begeistert feierten die Zuschauer die Voltigierer in der Dortmunder Westfalenhalle.

Genuss zum Schluss

Jacobs/ Engelberty hielten ihren Vorsprung aus der ersten Kürrunde. „Ich konnte es genießen, aber vorher war ich so aufgeregt wie lange nicht mehr“, bekannte Engelberty, die jetzt nach Kitzbühel zurückkehrt, um wieder als Skilehrerin zu jobben, bevor das Referendariat beginnt. Die Kür der beiden Vize-Weltmeister geriet so, dass auch Longenführer Patric Looser bekannte: „Sie haben es mir leicht gemacht, auch ich konnte genießen.“

 

Ähnlich wie das deutsche Erfolgsdoppel, handhabt es auch Simone Jäiser. Die Europameisterin wechselt ins Traineramt, findet, dass es an der Zeit ist, die aktive Karriere auf dem Pferderücken zu beenden. Jäiser voltigierte mit der Sicherheit und Ausdruckskraft, für die sie bekannt ist. Die Top-Voltigierer in Dortmund bescherten dem SIGNAL IDUNA CUP einen Zuschauerzuwachs und ebenso ansehnliche wie kurzweilige Prüfungen. Hinter der Schweizerin wurde Kristina Boe (Husum/ Eilbek) Zweite im Weltcup-Finale.

 

Für den neuen Weltcupsieger Daniel Kaiser aus Delitzsch (Foto unten rechts) markierte Dortmund eine ganz wichtige Etappe: „Ich war krankheitsbedingt raus und es hat mich wirklich drei Jahre gekostet, wieder den Anschluss zu schaffen und auf diesem Niveau dabei zu sein. Das war nicht einfach.“ Mit Unterstützung von Longenführerin Nina Vorberg (Köln), die Kaisers Pferd Down Under feinfühlig durch zwei Kürrunden begleitete, gelang ein Coup, den Daniel Kaiser so nicht erwartet hatte.

Er ist wieder da, verteidigte souverän den Vorsprung aus Runde eins, allerdings nutzten die Mitbewerber ihre Chance im zweiten Kürdurchgang und rückten etwas näher an den neuen  Champion heran. Jannis Drewell zum Beispiel, der Europameister und Weltcup-Zweite aus Steinhagen. Er zeigte zum letzten Mal seine Erfolgskür, „ab morgen kommt was anderes“, so der 24-Jährige, der allerdings Details noch nicht verraten wollte.

 

Voltigier-Weltcup willkommen

Dagegen ließ sich SIGNAL IDUNA CUP-Veranstalter Dr. Kaspar Funke (ESCON-Marketing) schon Details entlocken: „Gern wieder mit den Voltigierern“, so die klare Ansage des Turnierchefs, der mit dem SIGNAL IDUNA CUP einsprang, als überraschend der Weltcupstandort Wien entfiel. „Die Voltigierentscheidungen sind hier sehr gut angekommen und insofern sagen wir auch offen - gerne wieder“, unterstrich Funke. Mehr noch, der Turnierchef und seine Mitstreiter sind sich einig darüber, dass auch der Fahrer-Weltcup in Dortmund willkommen wäre. Insgesamt rund 33.000 Besucher sahen Spring-, Dressur- und Voltigiersport an dreieinhalb Tagen in den Westfalenhallen. Funkes ESCON-Marketing und die Westfalenhallen werden ihren Vertag, der 2017 ausläuft über das Jahr 2020 hinaus verlängern für den internationalen SIGNAL IDUNA CUP. Bereits in diesem Jahr beginnen umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten in den Hallen, die nach Abschluss auch neue Möglichkeiten für das internationale Reitturnier bergen.

 

Ergebnisüberblick SIGNAL IDUNA CUP

FEI World Cup™ Vaulting Final, Kür - Einzel Herren - Runde 2 

1. Daniel Kaiser (Delitzsch), Down Under Lr, Wertnote 8.756; 2. Jannis Drewell (Steinhagen), Diabolus, 8.616; 3. Vincent Haennel (Frankreich), Quartz d'Olbiche, 8.400; 4. Clément Taillez (Frankreich), Dyronn, 8.051; 5. Lukas Heppler (Schweiz), Luk, 7.953; 6. Lukas Klouda (Tschechien), Landar, 7.890  

 

Endstand FEI World Cup Vaulting - Men

1. Daniel Kaiser (Delitzsch), Down Under Lr, 8.757; 

2. Jannis Drewell (Steinhagen), Diabolus, 8.617; 

3. Vincent Haennel (Frankreich), Quartz d'Olbiche, 8.402; 

4. Clément Taillez (Frankreich), Dyronn, 8.052; 

5. Lukas Heppler (Schweiz), Luk, 7.954; 

6. 6. Lukas Klouda (Tschechien), Landar, 7.892  

 

FEI World Cup™ Vaulting Final Kür - Einzel Frauen - Runde 2

1. Simone Jäiser (Schweiz), Luk, Wertnote 8.650; 2. Kristina Boe (Husum/ Eilbek), Don de la Mar, 8.489; 3. Isabel Fiala (Österreich), Pink Floyd, 8.030; 4. Anna Cavallaro (Italien), Dante, 7.303; 5. Nadja Büttiker (Schweiz), Keep Cool III, 6.986

 

FEI World Cup™ Vaulting Final Kür - Pas de Deux - Runde 2

1. T.Jacobs / P.Engelberty (Köln/ Neuss), Danny Boy, Wertnote 8.989; 2. E.Di Forti / L.Lupacchini (Italien), Wim, 8.146; 3. K.Palmer / C.Palmer (USA), Leon, 7.812; 4. T.Gerdes / J.Ossenb.-Engels (Altena), Dragoner Oe, 7.699

Endstand nach zwei Runden FEI World Cup™ Vaulting Final Female

1. Simone Jäiser (Schweiz), 8,651

2. Kristina Boe (Husum/ Eilbek), Luk 8,490

3. Isabel Fiala (Österreich), Don de la Mar 8,032

4. Anna Cavallaro (Italien), Dante 7,304

5. 5. Nadja Büttiker (Schweiz), Keep Cool III, 6,975

 

Endstand nach zwei Runden FEI World Cup™ Vaulting Final Pas de Deux

1. T.Jacobs / P.Engelberty (Köln/ Neuss), Danny Boy, 8,990

2. E.Di Forti / L.Lupacchini (Italien), Wim, 8,147

3. K.Palmer / C.Palmer (USA), Leon, 7,812

4. T.Gerdes / J.Ossenb.-Engels (Altena), Dragoner Oe 7,700

 

Informationen unter www.reitturnier-dortmund.de

Fotos  www.sportfotos-lafrentz.de 


spoga horse frühjahr 2016: gut gelaufen

Business, Networking und Premieren: Nach drei erfolgreichen Messetagen schloss die spoga horse Frühjahr 2016 in Köln ihre Tore. Insgesamt präsentierten 180 Aussteller aus 22 Ländern Produkte und Dienstleistungen rund um den Pferdesport. Der Auslandsanteil unter den Ausstellern betrug 63 Prozent. „Die spoga horse Frühjahr hat sich als internationale Branchenplattform etabliert. Das Konzept der reinen Fachmesse gibt es im Ausland so nicht“, erläutert Katharina C. Hamma, Geschäftsführerin der Koelnmesse. „Das zeigt sich durch die hohe Internationalität der Fachbesucher, die in diesem Jahr wieder bei rund 50 Prozent lag.“ 

Rund 3.900 Fachbesucher aus 54 Ländern sorgten für eine gute Order und nutzten die Präsenz der internationalen Pferdesportbranche, um neue Geschäftskontakte zu knüpfen. Neben Business und Networking wurde das Informations- und Eventprogramm der Veranstaltung von den Fachbesuchern mit Begeisterung angenommen. Durch Fachvorträge mit hohem Nutzen für das eigene Geschäft und Live-Präsentationen, wurde auf der spoga horse ein exklusiver Mehrwert geboten.

 

Dirk Kannemeier, Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Sportartikelindustrie (BSI): „Für unsere Mitglieder ist die Messe sehr wichtig, da hier die Vorordermöglichkeiten für die Herbst/Winter-Kollektionen bestehen. Auf der spoga horse Frühjahr wird der Großteil des Umsatzes geschrieben, der ansonsten nicht generiert werden könnte.“

 

67 Prozent der Fachbesucher waren laut einer unabhängigen Besucherbefragung mit dem Ausstellungsangebot der spoga horse zufrieden bis sehr zufrieden. Über 85 Prozent würden einem guten Geschäftsfreund einen Besuch der Messe empfehlen.

 

Eine besondere Premiere erlebten die Fachbesucher im Showring des VIP Clubs (Very Important Premieres Club): Durch die Live-Präsentationen von Neuheiten am lebenden Pferd wurden besseres Produktverständnis und ein direkter Know-How-Transfer für die Anwendung gezeigt. Live-Präsentationen gab es auf dem fashion walk mit modernen Tanzeinlagen. Zum dritten Mal zeigten Aussteller vor vollen Rängen zweimal täglich ihre modischen Neuheiten. Die Besucher lobten die direkte Vergleichbarkeit wichtiger Marken und die Darstellung der Outfits in der Bewegung. Fotos: Kölnmesse

 

Die spoga horse Herbst 2016 findet vom 4. bis 6. September parallel zur spoga+gafa statt.www.koelnmesse.de  


Pferd Bodensee mit Rekordbilanz

Mehr als 300 Pferde aus 22 Rassen spielten die Hauptrolle beim großen Pferdemeeting am Bodensee. 34.800 Pferdefans (2014: 29.100) aus dem weiten Umkreis, vor allem auch aus der Schweiz und aus Österreich, sorgten für einen starken Zulauf und eine neue Rekordmarke nach drei Messetagen. Im Vergleich mit 2014 bedeutet dies eine Steigerung von 19 Prozent. Mit insgesamt 407 Ausstellern war die Fachmesse, die im Zwei-Jahres-Turnus stattfindet, bereits mit einer neuen Bestmarke und einem Zuwachs von neun Prozent ins Rennen gegangen. Ein starkes Zeichen beim großen Schaulaufen von Pferd und Reiter setzten auch die beiden ausverkauften Galaabende am Freitag und Samstag, die im „Takt der Pferde“ das Publikum faszinierte. 

Das Konzept der Pferd Bodensee bietet ein ausgewogenes Angebot für Pferdeprofis und Hobbyreiter: „Reitsport, Pferdezucht und Pferdehaltung sind drei große Schwerpunkte, die jeweils auch ein fachlich tiefes Spektrum bieten. Wir legen großen Wert auf ein qualitativ hochwertiges Produktangebot“, erklärte Messechef Klaus Wellmann. Für Projektleiter Roland Bosch erwies sich das Partnerland Schweiz als starkes Zugpferd: „Viele Reiterinnen und Reiter aus dem Nachbarland sorgten für einen spürbar starken Zuwachs und eine entsprechend hohe Kaufbereitschaft.“ Fotos: Pferd Bodensee

www.pferdbodensee.de